Museum Insel Hombroich – Wo sich Kunst und Raum verbinden

Hier fing alles an.

Das klingt jetzt pathetisch, aber so war es. Denn hier fing meine Faszination für Räume und ihre Atmosphäre an. 
Ich war vielleicht 14 oder 15 Jahre alt, als ich das erste Mal hier war und ich war wie gefangen von der Interaktion zwischen Natur, Architektur und Kunst. Alles geht fließend ineinander über, ergänzt sich und wird erst gemeinsam zu einem harmonischen Gesamtbild.
Es war auch das erste Mal, dass ich Kunst als Teil eines Raumes wahrgenommen habe. Also, nicht zum Selbstzweck ausgestellt, sondern in Synergie mit der Umgebung, was für mich die Kraft der Kunstwerke noch verstärkt hat (und mich zum Fan von Gotthard Graubner hat werden lassen). Ich fand zwar schon als Kind und Teenager Museen immer toll, gleichzeitig mochte ich mich dort selten unbefangen bewegen, weil es oft so steif und reglementiert zuging. Bei meinem ersten Besuch auf der Insel Hombroich hat mich deshalb auch diese ungewöhnliche Art des Museumskonzeptes begeistert: Die Türen der verschiedenen Museumsgebäude stehen offen, es ist hell, es kommt Luft hinein, es gibt keine Aufseher, keine Beschilderung und die Besucher dürfen sich ganz autark auf ihre eigene Entdeckungsreise begeben.
 
Obwohl dieser erste Besuch nun 30 Jahre her ist, ist er mir immer noch bis ins Detail präsent. Deshalb habe ich mir vor einiger Zeit den Wunsch erfüllt, nochmal wieder zur Insel Hombroich zu fahren und in diese Erinnerungen einzutauchen. Und, was soll ich sagen, die Faszination war genau wie damals.
 

 

Museum Insel Hombroich; “Turm” Architektur (begehbare Plastik von): Erwin Heerich Baujahr: 1988
Museum Insel Hombroich, Tadeusz-Pavillon Architekture: Erwin Heerich
Kunst parallel zur Natur. Das Motto von Museum Insel Hombroich, entstanden in Anlehnung an eine Äußerung von Paul Cézanne, Kunst sei eine Harmonie parallel zur Natur, kennzeichnet den Entwurf eines musealen und landschaftlichen Idealraums. Zur Präsentation einer bedeutenden Kunstsammlung entwickelte ihn der Sammler Karl-Heinrich Müller gemeinsam mit den Künstlern Gotthard Graubner (Sammlungsinstallation) und Erwin Heerich (begehbare Skulpturen) sowie dem Landschaftsplaner Bernhard Korte (Landschaft).
 
Das 1987 eröffnete Museum Insel Hombroich umfasst ein Landschaftsschutzareal von 21 ha und ist ein reines Tageslichtmuseum mit zehn begehbaren, teils als Ausstellungsgebäude genutzten Skulpturen. Um Kunst und Natur sinnlich erfahrbar zu machen, wird neben künstlicher Beleuchtung auf Beschilderungen, Bildlegenden, Absperrungen etc. sowie jegliche Didaktik verzichtet. Das Museum appelliert an die Verantwortung der Besucher, sich angemessen zu verhalten.
 
 
Museum Insel Hombroich, Tadeusz-Pavillon Architekture: Erwin Heerich
Museum Insel Hombroich; Cafeteria Architektur: Erwin Heerich Baujahr:1986/87
Museum Insel Hombroich, Schnecke Architekture: Erwin Heerich

Im Eintrittspreis sind übrigens Getränke und Essen in der Cafeteria inklusive.

Das vom Bildhauer Erwin Heerich entworfene Gästehaus “Kloster” (ganz unten) mit 14 Zimmern auf der Raketenstation Hombroich ist auch wieder geöffnet. In der Hofanlage des “Klosters” sind vier Gebäudeteile symmetrisch um einen begrünten Innenhof gruppiert, so dass jeder Gast einen eigenen Zugang zu seinem geräumigen, mit Dusche und WC ausgestatteten Zimmer hat.
 
Museum Insel Hombroich, Tadeusz-Pavillon Architekture: Erwin Heerich
Museum Insel Hombroich; Raketenstation Hombroich; “Kloster”, Innenhof Architektur: Erwin Heerich

Mehr Infos www.inselhombroich.de/de/museum

Copyright Fotos: Thomas Riehle

Insel Hombroich: Art & Space

This is where it all began.

It sounds pathetic now, but that’s how it was. Because this is where my fascination for spaces and their atmosphere began.

I was maybe 14 or 15 years old when I came here for the first time and I was captivated by the interaction between nature, architecture and art. Everything flows into each other, complements each other and only together becomes a harmonious overall picture.

It was also the first time that I perceived art as part of a space. In other words, not exhibited as an end in itself, but in synergy with the surroundings, which for me enhanced the power of the artworks (and made me a fan of Gotthard Graubner). I always liked museums as a child and teenager, but at the same time I seldom liked to move about freely there because it was often so stiff and regimented. That’s why, on my first visit to the island of Hombroich, I was fascinated by this unusual kind of museum concept: the doors of the various museum buildings are open, it’s bright, air comes in, there are no guards, no signs and the visitors are allowed to go on their own journey of discovery.

Although that first visit is now 30 years ago, it is still present to me in every detail. That’s why some time ago I fulfilled my wish to visit Hombroich Island again and immerse myself in these memories. And, what can I say, the fascination was just the same as back then.

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