Grüne Erde: Nachhaltige Unternehmensarchitektur

Grüne Erde: Nachhaltige Unternehmensarchitektur

Von der Natur in die Natur: Ein Zusammenspiel von Gebäude, Lichthöfen, Wald und Landschaftsflächen 

Mit dem architektonischen Konzept der Grünen Erde-Welt will das Unternehmen neue Wege in der Gestaltung eines Firmensitzes gehen: Es geht nicht darum, sich selbst in den Vordergrund zu stellen und zu inszenieren, sondern Natur und Kultur zusammenwachsen zu lassen. Das Gebäude hält sich bewusst zurück, statt als architektonisches Zeichen bereits aus der Ferne aufzufallen. Die Landschaft und das Gebäude werden eins, gehen gleichsam ineinander auf – es erfolgt eine bewusste Entgrenzung zwischen Natur und Architektur. Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart: „Man geht nicht in ein Gebäude, sondern betritt ein Gebäude und gleichzeitig eine Landschaft. Die Grüne Erde-Welt ist eine erlebende, aber auch lebendige Landschaft, in der entwickelt, gearbeitet, besucht und entdeckt wird – und tatsächliche Lebendigkeit integraler Teil ist.“

 

Das kompakte, stark horizontal und nicht in die Höhe strebende Gebäude verfügt über reduzierte Außenflächen und hebt sich so nicht durch bauliche Vor- und Rücksprünge von der es umgebenden Natur ab. Im Gegenteil – seine schlichte Form verbindet es mit der Natur und Landschaft im Vorder- und Hintergrund zu einer Horizontlinie. Der dicht bewaldete Hamberg bot sich als ein natürliches „Bühnenbild” an: Die Landschaft davor wurde sanft modelliert, so dass die Grüne Erde-Welt in einer flachen Mulde sitzt. 

Die Fassade aus einzelnen, unterschiedlich geneigten Spiegelglastafeln sorgt zusätzlich für eine faszinierende räumliche Tiefe: Der vorhandene alte Baumbestand sowie die eigens gepflanzten Bäume und Sträucher (450 Bäume und 700 Sträucher an der Zahl) vervielfachen sich förmlich durch die Verspiegelung. Der Eindruck eines Waldes verstärkt sich.

 
 

Konsequent der Idee folgend, das Gebäude in der Landschaft aufgehen zu lassen, setzt sich das Gefühl von Natur auch im Inneren der Grünen Erde fort. Im Vordergrund steht auch hier die Verwendung von natürlichen Materialien, allen voran des nachwachsenden Rohstoffs Holz: Tragwerk, Decke und Innenwände bestehen aus hell lasiertem Fichtenholz. Sowohl im Store und den Schaubereichen, als auch in den Büros wurden Böden aus Eichenmassiv-Parkett verlegt, sämtliche Ladenbaumöbel wurden ebenfalls aus heimischer Eiche gefertigt. Die Schafschurwolle als ökologische Wärmedämmung trägt zum angenehmen Raumklima bei. Das natürliche Ambiente unterstreicht auch die großzügige Verwendung von heimischen Steinen: Aus den schottrigen Böden der Umgebung wurde ein Terrazzo-Boden mit geschliffener Oberfläche gegossen.

 

Ein gänzlich innovativer Bestandteil der Grünen Erde Welt sind die 13 bepflanzten Lichthöfe – ein architektonisches Novum für ein Betriebsgebäude. Jeder der zwischen 20 – 30 m2 großen Lichthöfe ist verglast und nach oben hin offen – eine direkte Verbindung nach draußen in die Natur. Die Lichthöfe sind mit verschiedenen heimischen Vegetationstypen bepflanzt: Ahorn-Eschen-Schluchtwald, Pannonischer Flaumeichenwald, Eichen-Hainbuchen-Mischwald oder Zirben-Lärchenwald bringen die lebendige Vielfalt des österreichischen Waldes zum Ausdruck. Die Böden in den Lichthöfen sind perfekt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzengemeinschaft abgestimmt: trocken, feucht, sandig, torfig, kalkig, moosig oder steinig.

Mit den Lichthöfen verschwimmen die Grenzen zwischen außen und innen, zwischen Natur und Architektur. Sie dienen nicht nur als natürliche Lichtquellen, sondern sind auch die Grundlage für die Klimatisierung des Gebäudes: An der Stelle von Klimaanlagen produzieren sie die benötigte Kühle und Sauerstoff zum Atmen: Sie ermöglichen auf diese Weise ein organisches Ein- und Ausatmen des Gebäudes.

 

Die Idee für die Grüne Erde-Welt entstand vor gut 5 Jahren: Der mit der Gesamtkonzeption und Planung beauftragte Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Klaus K. Loenhart vom Architekturbüro terrain: integral designs, München/Graz, überzeugte mit seinen Vorschlägen für die Grüne Erde-Welt. Bei der Grünen Erde entstand die Überzeugung, dass der für den Österreich-Pavillon auf der Expo Mailand 2015 verantwortliche Architekt und Landschaftsarchitekt sich in die Aufgabenstellung hineinfühlen konnte und die Unternehmensphilosophie, insbesondere die Verbundenheit mit der Natur, architektonisch gut umsetzen würde.

Fest verwurzelt im Almtal. Bei der Wahl des Standorts für das Projekt galt die Prämisse, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region im Almtal zu belassen: Der Stammsitz der Grünen Erde liegt in Scharnstein, die Textilwerktstätten waren mehr als 20 Jahre lang in der „Rittmühle“ an der Alm bei Vorchdorf, ebenfalls im Almtal, untergebracht. Als optimaler Ort für die neue Grüne Erde-Welt wurde der Sitz einer alten, nicht mehr im Betrieb befindlichen Küchenfabrik in Steinfelden auserkoren: Entsprechend der Philosophie, keine neue Landschaftsflächen zu versiegeln und der Natur zu entziehen, wurde diese im April 2017 abgerissen, der Abbruch-Beton rezykliert und für den Bau des neuen Fundaments an der selben Stelle wieder verwendet. Mit der Grüne Erde-Welt am Fuße des Hambergs verortet sich die Grüne Erde auch weiterhin im Almtal. Die Produktion rückte damit wieder ein Stück näher an Scharnstein heran, die „Geburtsstätte“ der Grünen Erde im Jahr 1983.

Kurz vor Weihnachten 2017 wurde das neue Gebäude der Grünen Erde-Welt außen fertig gestellt. Matratzen- und Textilproduktion und Lager zogen im Mai 2018 in die neuen Räumlichkeiten. 

Alle Infos und Fotos stammen von Grüne Erde – www.grueneerde.com

 

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