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Die Bedeutung guter Atmosphäre

Im WIRKUNGSRAUM-Journal sammle, kuratiere und schreibe ich über gute Beispiele für respektvoll und menschlich gestaltete Orte, Gespräche mit inspirierenden Menschen, spannende und nachhaltige Architektur und neue Denkansätze.”

Jeder wird von der Umgebung und ihrer Stimmung beeinflusst – ob bewusst, oder unbewusst.

Wir kennen die klassischen Orte, an denen wir Fluchtinstinkte bekommen, wie dunkle Tunnel und verwahrloste Hinterhöfe. Und Wohlfühlorte, wie unser Zuhause oder unseren Lieblingsplatz in der Natur.  

Aber es gibt ein großes Feld dazwischen. Von Orten, die wir im Alltag kreuzen und an denen wir uns aufhalten. Vom Bahnhof, über den Arbeitsplatz, den Laden, in dem wir einkaufen, die Straße, in der wir entlang gehen, die Arztpraxen, Schulen oder Ämter. Diese Orte sind oft reine Funktionsorte, in denen der Mensch und seine Bedürfnisse nicht in die Planungen eingeflossen sind. Es ging um Effektivität und Kostensenkung.

Dabei ist dies kurz gedacht. Bereits vor Jahrzehnten wurden Studien veröffentlicht, die aufzeigten, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Raum und Mensch besteht. So publizierte der US-Wissenschaftler Roger Ulrich 1984 in “Science”, dass Patienten in Krankenhäusern schneller gesund werden, wenn sie aus ihrem Fenster ins Grüne schauen, als auf einen grauen Hinterhof.

Viele Wissenschaftler haben sich seitdem noch intensiver mit dem Thema der Raumwirkung auf den Menschen beschäftigt. Gekoppelt mit der Fragestellung, wie unsere Städte und Gebäude eigentlich aussehen müssten, damit sie dem Klimawandel standhalten und wie gebaut werden müsste, um die Auswirkung desselben so gering wie möglich zu halten. 

Es ist auch deshalb kurz gedacht, weil der Mensch keine berechenbare Ressource ist, die als Faktor in den Planungen simpel ignoriert werden kann. Menschen agieren emotional.

Das heißt, wenn ich mich in einem lauten und hektischen Großraumbüro nicht wohl fühle, schöpfe ich auch nicht mein Potenzial aus.

Wenn ich mir – rein räumlich – in der Schule oder auf dem Amt so vorkomme, als würde mir als Mensch hier keine Wertschätzung entgegengebracht werden, weil die Gardinen heruntergerissen sind, die Sanitäranlagen kaputt und beschmiert oder ich auf vollen Fluren warte, bis ich als Nummer aufgerufen werde, dann fühle ich keine Verbundenheit und gehe nicht gestärkt und optimistisch in die Situation.

Wenn ich sehe, dass in einem Laden die Regale unordentlich und die Ware lieblos präsentiert ist, gehe ich automatisch davon aus, dass hier jemand seine Arbeit und damit auch seine Kunden nicht wertschätzt und werde voraussichtlich nicht wieder kommen.  

Menschen verändern ihr Verhalten also oft aufgrund von Atmosphären und das oft unbewusst. Deshalb ist es eine Wohltat für Augen und Seele, wenn es Menschen gibt, die ihre Orte so gestalten, dass sie etwas Positives geben. Dafür müssen Dinge in Frage gestellt und oft ungewohnte Wege gegangen.

Um solche Menschen zu stärken und andere zu inspirieren, den Wert von guter Atmosphäre kennenzulernen, wurde das WIRKUNGSRAUM Journal gestartet.

-> An English version can be found below.

Sie haben Projekte, die hier gut hinein passen würden? Schreiben Sie mir gern unter hallo@wirkungs-raum.com.
 
Ein Hinweis dazu: Die hier veröffentlichten Berichte werden rein redaktionell ausgewählt, d.h. es gibt keine Möglichkeit zu bezahlten Posts, Affiliate Links oder ähnlichem.
 

Herausgeberin & Autorin

Die Kommunikations- und Raumberaterin Maike Kristina Harich beschäftigt sich seit vielen Jahren damit, wie eine gute Atmosphäre in Räumen und an Orten entsteht und welche Bedeutung sie für die Menschen hat. Sie verbindet dabei ihre jahrelange Erfahrung in Kommunikation und Marketing mit ihrem Know-how bei der Gestaltung von Räumen.

Sie war und ist Lehrbeauftragte, Mentorin und im Vorstand verschiedener Wirtschaftsverbände v.a. in Bremen und mit dem Schwerpunktthema Stadtentwicklung.

For many years, communication and spatial consultant Maike Kristina Harich has been focusing on how to create a good atmosphere in rooms and places and what significance it has for people. She combines over 20 years of experience in communication and marketing with her know-how in designing spaces.

She was and is a lecturer, mentor and member of the board of directors of economic associations in the city of Bremen – especially with a focus on urban development.

www.maikeharich.com

The importance of good atmosphere

“In my Journal I collect, curate and write about good examples of respectfully and humanely designed places, conversations with inspiring people, exciting sustainable architecture and new ways of thinking.

Everyone is influenced by the surroundings and the mood there – whether consciously or unconsciously.

We know the classic places where we get escape instincts, like dark tunnels and neglected backyards. And – on the other hand – places of well-being, like our home or our favourite place in nature.

But there is a big field in between. Of places that we cross in our daily lives and where we spend time. From the train station, to the workplace, the shop where we shop, the street we walk along, the doctor’s surgeries, schools or offices. These places are often purely functional places where people and their needs are not included in the planning. It was all about effectiveness and cost reduction.

But this is a short thought. Already decades ago, studies were published that showed that there is a direct connection between space and people. In 1984, the US scientist Roger Ulrich published in “Science” that patients in hospitals recover more quickly when they look out of their windows into the greenery than they do when they look out into a grey backyard.

Since then, many scientists have worked even more intensively on the topic of the effect of space on people. Coupled with the question of what our cities and buildings should actually look like to withstand climate change and how they should be built to minimise its effects.

It is also thought of briefly because humans are not a predictable resource that can simply be ignored as a factor in planning. People act emotionally.

This means that if I don’t feel comfortable in a noisy and hectic open-plan office, I don’t use my full potential.

If I feel – purely spatially – that I am not appreciated as a person here at school or in the department, because the curtains are torn down, the sanitary facilities are broken and dirty, or I wait in crowded corridors until I am called as a number, then I don’t feel any connection and don’t go into the situation strengthened and optimistic.

If I see that the shelves in a shop are untidy and the goods are presented unlovingly, I automatically assume that someone here does not value his work and therefore also his customers and I will probably not come back.

So people often change their behaviour because of atmospheres, often unconsciously. Therefore it is a blessing for eyes and soul if there are people who design their places in a way that they give something positive. For this, things have to be questioned and often unusual ways have to be taken.

To strengthen such people and inspire others to learn the value of a good atmosphere, I launched this Journal.